Sprachentwicklungsstörung

Unter einer Sprachentwicklungsstörung versteht man eine nicht altersentsprechende Entwicklung der sprachlichen Fähigkeiten des Kindes, die unterschiedliche Ebenen betreffen kann. Sprachentwicklungsstörungen (SES) können sich in folgenden Bereichen äußern:


Dysgrammatismus

Der Dysgrammatismus wird zu den Sprachentwicklungsstörungen gezählt, wobei die Kinder Verzögerungen oder Störungen in der grammatikalischen Entwicklung zeigen. Betroffen hiervon sind Morphologie und Syntax. Mögliche Auffälligkeiten sind:


  • fehlende Subjekt – Verb - Kongruenz
  • Verb – End– Stellung
  • fehlerhafte Kasusmarkierung
  • fehlerhafte Genusmarkierung
  • fehlerhafter Satzbau
  • fehlerhafte Pluralbildung
  • fehlerhaft angewendete Präpositionen
  • Störugen im Bereich des Tempus

 

Wortschatzdefizit/Wortabruf

Ein Wortschatzdefizit ist eine Störung im Aufbau oder in der Organisation des kindlichen Wortschatzes. Insgesamt zu beobachten ist, dass der aktive und der passive Wortschatz nicht altersentsprechend sind und somit unzureichend entwickelt wurde.  Bei Wortschatzschwierigkeiten kann auch das Sprachverständnis betroffen sein, so dass auch die Kategorienbildung beeinträchtigt ist.  Wortschatzschwierigkeiten können sich z.B. bei Erzählungen äußern bei denen das Kind nach einem bestimmten Wort sucht oder versucht dieses Wort zu umschreiben.  Abzugrenzen hierzu sind die Wortabrufstörungen, bei denen das Kind in gewissen Situationen einen erschwerten Zugriff auf das abzurufende Wort hat. Wortschatzauffälligkeiten können anhand standardisierter Tests ermittelt werden

 

Störung des Erzählverhaltens

Die Fähigkeit zur Kommunikation wird als pragmatische oder narrative Kompetenz bezeichnet. Bei Störungen dieser Kompetenzen sind Schwierigkeiten zu beobachten, die sich auf das erzählen von Geschichten, bilden von zusammenhängenden Sätzen, erfassen und verbalisieren von Zusammenhängen, einhalten einer chronologischen Vorgehensweise beziehen. Hierbei können sowohl die expressiven als auch die rezeptiven Fähigkeiten betroffen sein. Ebenfalls können Störungen in diesem Bereich auch Auswirkungen auf die Schriftsprache haben.


Merkmale für ein gestörtes Erzählverhalten können sein:

  • Zuhörer kann dem Erzähltem nicht folgen
  • Kind verliert den „roten Faden“
  • Schwierigkeiten in der Strukturierung des Erzählten
  • Pausen fĂĽr die linguistische Planung
  • Wiederholungen von Sätzen
  • SatzabbrĂĽche
  • Einfache Wortwahl

 

Sprachverständnisstörung

Die Bedeutung von Wörtern oder Sätzen wird bei intaktem Gehör nicht oder nicht ausreichend verstanden. Häufig bedienen sich betroffene Kinder der Schlüsselwortinterpretation, wobei es von außen so scheint, als ob sie dem Gespräch folgen könnten. Oft entwickeln Kinder  mit gestörtem Sprachverständnis Strategien,  um das fehlende Verständnis auszugleichen (z.B. häufig mit „ja“ antworten, wenn sie nicht verstanden haben)

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